Ob ein Unfall, Blutungen, eine Vergiftung, Krämpfe, ein Schwächeanfall, Atemnot, Kreislaufzusammenbruch,Schmerzzustände oder Futterverweigerung – Notfälle beim Hund sollten möglichst rasch erkannt und behandelt werden, denn je schneller das Tier in Behandlung ist und Hilfe bekommt, umso besser sind seine Chancen, wieder gesund zu werden.

Kein Haustierbesitzer möchte sein geliebtes Tier leiden sehen – deshalb ist ein schnelles und richtiges Handeln in einem Notfall absolut notwendig. Wichtig: Der Tierarzt sollte sobald man sich auf den Weg gemacht hat, verständigt werden, damit dieser sich auf den Notfall gut vorbereiten und dementsprechende Maßnahmen einleiten kann. 

Wie verhält man sich, wenn man einen verletzten Hund findet oder der eigene Hund bei einem Unfall verletzt wurde?

Bei verletzten Hunden zB. nach einem Unfall ist ein vorsichtiges Handeln besonders wichtig, denn die Tiere können, wenn sie starke Schmerzen haben, unberechenbar sein. Deshalb sollte man möglichst ruhig mit dem Hund sprechen und sich ruhig und langsam bewegen und sich darauf vorbereiten, dass das Tier anders reagieren könnte als sonst. Eine Decke kann helfen, indem man sie entweder über das verletzte Tier wirft oder unter das Tier schiebt, um es zu transportieren. Zur Sicherheit sollte, wenn der Hund wirklich starke Schmerzen hat, ein Maulkorb oder eine Maulschlinge angelegt werden (dazu kann man auch im Notfall Schnürsenkel, ein Halstuch, einen Strick oder eine Hundeleine verwenden). Anschließend sofort zum Tierarzt fahren, um den Hunde-Notfall sofort behandeln zu lassen.

Notfälle beim Hund schnell erkennen

Ist das Verhalten des Hundes auffällig oder anders als sonst, sollten folgende Dinge sofort gecheckt werden: Wann hat der Hund das letzte Mal gefressen? Wie sieht der Stuhlgang aus? Wie sehen die Schleimhäute aus? Wie sind die Vitalwerte wie Puls und Atemfrequenz? Hat er äußere Verletzungen, Bisswunden, Verbrennungen oder Blutungen? Erbricht der Hund sich? Gibt er Schmerzäußerungen, humpelt er oder krampft? 

Schleimhäute checken

Die Schleimhäute des Hundes sind normalerweise blassrosa (bzw. teilweise pigmentiert), abnorme Farben der Schleimhaut können auf folgende Erkrankungen hinweisen:

  • blassHinweis auf Blutarmut oder Durchblutungsstörungen (Schock)
  • gerötetHinweis auf Entzündung, stärkere Durchblutung (Schock)
  • gelblichHinweis auf Ablagerungen von Gallenfarbstoffen
  • bläulichHinweis auf unzureichende Sauerstoffzufuhr

Vitalwerte checken:

Die Vitalwerte eines gesunden Hundes liegen bei circa 10-40 Atemzügen / Minute, einem Puls von 80-100 Herzschlägen / Minute bei großen Hunden und von 100-120 Herzschlägen / Minute bei kleinen Hunden. Die Körpertemperatur beträgt circa 38-38,5 Grad bei großen und 38,5-39,0 Grad bei kleinen Hunden. Jegliche abnorme Abweichungen können auf eine Erkrankung hindeuten. 

Um die Atemzüge zu checken, sollten die Atemzüge für 30 Sekunden gezählt werden und das Ergebnis mit 2 multipliziert werden. 

Achtung: Eine deutlich erhöhte Atemfrequenz ist ein Notfall!! Hecheln ist keine erhöhte Atemfrequenz.

Mit dem Zeige- und Mittelfinger an der Innenseite des Hinterbeins am Oberschenkel ca. mittig über dem Knochen kann die Anzahl der Pulsschläge gemessen werden. Durch Aufregung, Anstrengung, Stress, Trächtigkeit, Training, Fieber oder verschiedene Erkrankungen kann die Pulsfrequenz vom Normalwert abweichen.

Um die Körpertemperatur zu checken, nimmt man am besten ein digitales Thermometer und führt es leicht schräg mit Gleitmittel oder Vaseline vorsichtig in den After ein. Auch hier gilt zu beachten: Eine Körpertemperatur unter 38,0-38,5 Grad bei großen und 38,5-39,0 Grad bei kleinen Hunden ist normal. Temperaturen unter 38 bzw. über 39 Grad können auf Erkrankungen wie Durchfälle, Unterkühlung, Fieber, oder eine hohe Umgebungstemperatur zurückzuführen sein

 

Absoluter Notfall! Bei diesen Anzeichen oder Symptomen muss unverzüglich einen Tierarzt aufgesucht werden:

  • anhaltener blutiger Durchfall
  • anhaltenes (blutiges) Erbrechen
  • Probleme beim Harn oder Kotabsatz
  • plötzliche Lähmungen der Beine
  • schwerer Unfall 
  • Verletzung mit starker Blutung
  • Verbrennungen
  • Krampfanfälle
  • Hitzschlag
  • Bewusstseinsverlust
  • Augenverletzungen
  • Atemnot
  • blasse Schleimhäute
  • Verschlucken von Fremdkörpern oder Giften

Ein Notfall beim Haustier ist immer eine beunruhigende Stresssituation sowohl für Tier als auch für den Menschen. Bei äußeren Verletzungen oder einem der obenstehenden Symptome/Probleme sollte sofort der Tierarzt aufgesucht werden. Ist keine äußere Verletzung sichtbar oder ein bestimmtes Symptom erkennbar, verhält der Hund sich aber abnormal, wirkt abgeschlagen oder zeigt andere Symptome gilt: Ruhe bewahren, Schleimhäute checken, Vitalwerte checken und bei auffälligen Werten, den Tierarzt zu kontaktieren, um die weitere Vorgehensweise zu besprechen.