Nicht nur wir Menschen müssen uns regelmäßig um unsere Zahnhygiene kümmern und Zähne putzen, auch bei unseren Haustieren ist diese besonders wichtig. Deshalb sollten Hunde regelmäßige Zahnpflege bekommen, damit es nicht zu Zahnstein oder schwerwiegenden Problemen kommt. 

Maulgeruch, Entzündungen, Zahnstein, Zahnfleischentzündungen oder Karies – das alles sind Folgen von schlechter Zahnhygiene, die nicht nur unangenehm riechen und aussehen, sondern auch schmerzhaft für den Hund werden können. Um das zu vermeiden, gibt es verschiedene Methoden, sich um die Zahnpflege beim Hund zu kümmern – und das bitte täglich! Denn nach 3-5 Tagen kann aus vermeintlich harmlosen Zahnbelag bereits Zahnstein entstehen, der nur noch durch eine professionelle Reinigung eines Tierarztes entfernt werden kann.

Vorsorge zur Erhaltung der Zahngesundheit

Damit es gar nicht erst zu Zahnstein oder Karies kommt, ist eine Prophylaxe, also die Vorsorge, besonders wichtig. Damit sollte am besten bereits im Welpenalter begonnen werden, damit der Hund an die Zahnpflege gewöhnt wird. Es wird empfohlen, dem Hund einmal täglich die Zähne zu putzen und ihm regelmäßig Kauartikel und andere Zahnpflegeprodukte zu geben, die zur Reduktion von Zahnbelag besonders an den Backenzähnen beitragen.

Zähneputzen beim Hund

Für das Zähneputzen beim Hund braucht es nicht viel Equipment, ein kleiner Fingerling aus Stoff oder Gummi aus dem Tiergeschäft oder eine spezielle Hundezahnbürste mit weichen Borsten reichen vollkommen aus. Auch weiche Kinderzahnbürsten oder Fingerlinge für Babys sind gut geeignet. Für das Putzen ist eine Hundezahnpasta nicht zwingend nötig – für eine gute Reinigung reicht Wasser und gründliches Putzen vollkommen aus. Manche Hunde akzeptieren das Zähneputzen aber besser, wenn man eine Hundezahnpasta mit leckerem Geschmack zB. Hühnchen verwendet und auch um das Zähneputzen zu trainieren, ist diese sehr hilfreich. Herkömmliche Zahnpasta für Menschen sollte niemals für Hunde verwendet werden.

Schritt für Schritt: So lernt der Hund das Zähneputzen

Oberste Regel: Den Hund nicht überfordern oder stressen und mit viel Ruhe und Geduld arbeiten. Ist der Hund noch nicht an das Zähneputzen gewöhnt, sollte jeder einzelne Schritt solange geübt werden, bis er es gut mitmacht.

Schritt 1: Zuerst sollte das seitliche Anheben der Lefzen geübt werden, damit wir später gut an die Zähne herankommen. Dafür heben wir die Lefzen langsam hoch und berühren mit den Fingern alle Zähne und das Zahnfleisch ganz behutsam. Dies sollte über eine Woche täglich geübt werden, bevor zu Schritt 2 übergegangen wird.

Schritt 2: Nun geben wir etwas Hundezahnpasta auf den Finger, heben die seitlichen Lefzen und berühren vorsichtig alle Zähne mit dem Finger. Belohnung am Ende nicht vergessen! Auch das üben wir täglich circa eine Woche lang.

Schritt 3: Nun kommt zum ersten Mal unser Fingerling oder die Hundezahnbürste zum Einsatz. Wir geben etwas Hundezahnpasta darauf, heben die seitlichen Lefzen und beginnen ganz behutsam und vorsichtig, die Zähne von außen zu putzen.

Es ist besonders wichtig, dass jeder Schritt so lange geübt wird, bis der Hund es gut akzeptiert und währenddessen nicht gestresst ist. Jeder Schritt sollte mit viel Lob (oder Leckerli) belohnt werden, damit das Zähneputzen für den Hund ein freudiges, positives Ereignis ist und bleibt.

Alternativen zum Zähneputzen

Neben dem regelmäßigen Zähneputzen, gibt es weitere Möglichkeiten, um die Zahngesundheit des Hunde zu unterstützen. Im Tierhandel gibt es zum Beispiel verschiedene Zahnpflege-Trockenfuttersorten, die Zusätze enthalten, die Plaque verringern und Zahnsteinbildung verhindern können. Zusätzlich kann man Dentalsticks (oder ähnliche Zahnpflege-Kaustangen) füttern, die durch ihre Struktur zur Zahnbelagentfernung beitragen. Auch Kauartikel wie Rinderohren oder Ochsenziemer helfen bei der Plaqueentfernung – hier aber unbedingt auf Verträglichkeit achten, da diese sonst zu Verstopfungen führen können. Auch Gelees oder Lotionen zum Auftragen auf die Zähne können bei der Zahnhygiene helfen, da diese mit hilfe von Enzymen Zahnbeläge teilweise auflösen können.

Regelmäßige Zahnuntersuchungen beim Tierarzt sind besonders wichtig, um erste Anzeichen von Zahnproblemen zu erkennen und schnell Maßnahmen zu ergreifen, damit es gar nicht erst zu schwerwiegenden Problemen kommt. Auch bei der Findung geeigneter Vorsorge-Maßnahmen kann der Tierarzt beratend unterstützen.