Inhaltsverzeichnis

  1. Was sind Lungenwürmer?
  2. Wie bekommen Katzen Lungenwürmer?
  3. Lungenwürmer Katze – Symptome und Diagnose
  4. Lungenwürmer Katze – Therapie
  5. Können Lungenwürmer von der Katze auf den Mensch übertragen werden?
  6. FAQ

Lungenwürmer bei Katzen treten immer häufiger auf. Ob es allerdings wirklich mehr Lungenwürmer werden oder einfach die Diagnoseverfahren besser geworden sind, ist unklar. Anders als andere Würmer bei Katzen, sind Lungenwürmer mit der Standardkotuntersuchung nur schwer zu diagnostizieren und blieben bislang oft unerkannt.

Ein unsichtbarer Befall mit Lungenwürmern kann schwere gesundheitliche Folgen für deine Katze haben. Wie schwer die Erkrankung verläuft, hängt immer von der Anzahl der Lungenwürmer, Larven und Eier ab.

Junge oder immunschwache Katzen reagieren häufig empfindlicher auf Lungenwürmer, als ältere Katzen. Manche Katzen zeigen sogar bis zu einem fortgeschrittenen Befallsstadium gar keine Symptome. Dennoch werden nach und nach die Atemwegsorgane angegriffen.Das kann sich bei schwerem Befall mit einem anaphylaktischen Schock zeigen und lebensbedrohlich sein.

Hier erfährst du, was du über die Parasiten wissen musst, wie du die Untersuchung beim Tierarzt vorbereitest und was du tun kannst, um Lungenwürmer bei Katzen zu vermeiden.

Was sind Lungenwürmer?

Es gibt drei verschiedene Lungenwürmer, die bei Katzen auftreten können. Der weltweit am häufigsten vorkommende Lungenwurm ist der Aelurostrongylus abstrusus. Mit 5 – 10 Millimetern Größe ist dieser Wurm recht klein. Sein bevorzugter Lebensraum ist die Lunge der Katze. Bei ausbleibender Behandlung legt der Parasit seine Eier direkt im Lungengewebe, wo die Eier, die nicht ausgeschieden werden, sich zu erwachsenen Würmern entwickeln.

Der Troglostrongylus kommt in Deutschland seltener vor. Er tritt vor allem dort auf, wo Wildkatzen leben. Ein Befall mit diesem Lungenwurm ruft bei der Katze die gleichen Symptome hervor, wie ein Befall mit dem Aelurostrongylus abstrusus. Er lebt direkt in den Bronchien der Katze.

Der Lungenhaarwurm (Capillaria aerophila) tritt nur bei frei laufenden Katzen auf und ist deutlich seltener, als seine beiden Verwandten. Er wird bis zu 25 mm lang und legt seine Eier in den Atemwegen der befallenen Katze ab. Dort entwickelt sie sich zum Teil zu erwachsenen Würmern. Der andere Teil der Eier gelangt über Husten und anschließendes Verschlucken in den Magen der Katze und wird mit dem Kot ausgeschieden.

Wie bekommen Katzen Lungenwürmer?

Katzen können sich auf verschiedenen Wegen mit Lungenwürmern infizieren. Aelurostrongylus abstrusus & Troglostrongylus werden über Zwischenwirte aufgenommen.

Da die Katze der Endwirt der Würmer ist, vermehren sich Lungenwürmer zunächst, indem sie ihre Eier ins Lungengewebe oder in die Bronchien der Katze legen. Der Befall mit den Parasiten löst bei der Katze einen Hustenreiz aus. So hustet sie die Eier der Lungenwürmer nach oben in den Rachenbereich und verschluckt sie anschließend.

Infolgedessen werden sie mit dem Kot ausgeschieden. Von dort aus befallen sie Schnecken als Transportwirte. Diese sind Beutetiere von Vögeln und Mäusen als Zwischenwirte des Lungenwurms, die wiederum Beutetiere für Katzen sind.

Manche der Lungenwurm-Eier überleben auch in kleinen Pfützen und Brackwasser. Trinkt eine Katze aus diesen Wasserstellen, kann sie sich ebenfalls mit Lungenwürmern infizieren.

Der Lungenhaarwurm braucht hingegen keinen Zwischenwirt. Er kommt bei vielen Wildtieren vor, ist in Deutschland aber selten. Das Risiko einer Infektion mit dem Lungenhaarwurm besteht für Katzen vor allem durch Fuchskot.

Lungenwürmer Wohnungskatze

Da Katzen sich vor allem über das Fressen infizierter Zwischenwirte oder das Trinken aus verunreinigtem Wasser anstecken, sind Wohnungskatzen vor dem Lungenwurm sicher. Theoretisch ist eine Infektion mit dem Lungenhaarwurm dennoch möglich, wenn du versehentlich nach einem Spaziergang Fuchskot oder verunreinigte Erde in den Schuhen nach Hause bringst.

Da dieser Lungenwurm aber selten ist, wird das Risiko von Wohnungskatzen an Lungenhaarwürmern zu erkranken als gering eingestuft.

Lungenwürmer Katze – Symptome und Diagnose

Lungenwürmer rufen bei Katzen keine spezifischen Symptome hervor. Stattdessen ähneln die Symptome eines Lungenwurmbefalls eher denen allgemeiner Atemwegserkrankungen, Asthma oder Katzenhusten.

Symptome für Lungenwürmer bei Katzen

  • Husten
  • Niesen
  • Ausfluss aus der Nase
  • schwere Atmung bis hin zur Atemnot

Lungenwürmer bei Katzen diagnostizieren – So funktioniert’s

Da Lungenwürmer nicht im Magen-Darm-Trakt leben, werden ihre Eier, anders als bei anderen Würmern bei Katzen, nicht so regelmäßig über den Kot ausgeschieden. Kotproben sind deswegen bei der Diagnose von Lungenwürmern weniger zuverlässig, als bei anderen Parasitenarten.

Deswegen wird bei der Diagnose von Lungenwürmern mittels Kotproben das sogenannte Trichterauswanderverfahren verwendet. Da Lungenwurmlarven gerne aus dem Kot der Katze ins Wasser wandern, wird dafür unter spezifischen Bedingungen im Labor ein Trichter am Kot befestigt, der den Larven die Auswanderung in ein Wasserbecken erlaubt.

Anschließend kann der Tierarzt oder Labormitarbeiter sie unter dem Mikroskop betrachten und Rückschlüsse auf die Schwere des Befalls ziehen. Da das “Auswandern” der Larven einige Stunden dauert, bekommst du beim Verdacht auf Lungenwürmer bei deiner Katze im Regelfall erst nach ein paar Tage eine gesicherte Diagnose von deinem Tierarzt.

Lungenwürmer können nur von deinem Tierarzt diagnostiziert werden. Du kannst den Parasiten aber mit einem individuell auf deine Katze zugeschnittenen Entwurmungsplan vorbeugen.

Kotprobe vorbereiten – So geht’s

Für die Diagnose von Lungenwürmern sind Kotproben von 3 bis 4 aufeinanderfolgen Tagen erforderlich. Da Lungenwurmeier nicht so regelmäßig ausgeschieden werden, wie die Eier anderer Würmer, sammelst du am besten an jedem dieser Tage Kot von zwei verschiedenen Haufen.

Dabei müssen es keine großen Mengen sein – ca. 10 g Kot sind eine gute Ausgangsbasis für eine zuverlässige Diagnose. Bewahre diesen in einem ausgekochten und luftdicht verschlossenen Gefäß auf.

Am besten vereinbarst du vorab telefonisch einen Termin mit deinem Tierarzt. So kann er gewährleisten, dass die Probe deiner Katze möglichst schnell ins Labor gelangt und auf Lungenwürmer untersucht werden kann.

Lungenwürmer Katze – Therapie

Wurden bei deiner Katze Lungenwürmer diagnostiziert, wird der Tierarzt dir eine Wurmkur empfehlen, die zu deiner Katze passt und die Lungenwürmer abtötet. Dafür ist es wichtig, das richtige Präparat auszuwählen: Nicht alle Entwurmungsmittel für Katzen helfen gegen Lungenwürmer.

Beachte: Entwurmungsmittel wirken immer nur zum Zeitpunkt ihrer Verabreichung. Sie töten also alle zu diesem Zeitpunkt vorhandenen Würmer, Larven und Eier, haben darüber hinaus aber keinen prophylaktischen Effekt. Um deine Katze vor Lungenwürmern zu schützen, solltest du sie regelmäßig mit Breitbandentwurmungsmitteln entwurmen.

Im Idealfall verwendest du Entwurmungsmittel, die gegen Lungenwürmer und andere Würmer bei Katzen helfen. Wie oft du deine Katze entwurmen solltest, hängt von ihren und deinen Lebensumständen ab. Unsere Tierärzte erstellen gerne gemeinsam mit dir einen Entwurmungsplan für deine Katze, der zu ihrem und deinem Leben passt.

Eine gezielte Entwurmung deiner Katze ist bei einem Befall mit Lungenwürmerm immer zwingend notwendig. Bei ausbleibender Therapie kann der Lungenwurm die Atemwege deiner Katze nachhaltig schädigen. Ein nicht therapierter Befall mit Lungenwürmern kann außerdem entzündliche Krankheiten oder Verstopfungen der Atemwege nach sich ziehen.

Atmet deine Katze schwer, sind über die Entwurmung hinaus ein Röntgenbild und ein Ultraschall des Herzens erforderlich, um einen schwereren Wurmbefall oder Folgeschäden zu erkennen und rechtzeitig behandeln zu können.

Können Lungenwürmer von der Katze auf den Mensch übertragen werden?

Der seltene, über den Fuchskot übertragbare Lungenhaarwurm ist von der Katze auf den Menschen übertragbar. Die anderen Lungenwürmer sind für den Menschen nicht ansteckend.